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Adaption

Anpassungsfähigkeit in Zeiten des Wandels

“It is not the strongest of the species that survives, nor the most intelligent, but the one most responsibve to change.”  (Charles Darwin, 1809)


Anpassungsdruck in Zeiten der Krise

Wir befinden uns in einer Epoche der Transformation. Nicht allein aufgrund eines Virus. Doch die Corona-Pandemie erhöht den Anpassungsdruck für den Einzelnen, für Unternehmen und für die Wirtschaft innerhalb eines kurzen Zeitfensters. Viele Betriebe ringen daher aktuell um ihre Existenz; andere profitieren kurzfristig aufgrund situativer Effekte im Zusammenhang mit der Viruskrise. Manche profitieren sicherlich auch längerfristig von einem krisenresistenteren Geschäftsmodell und den Verschiebungen im Markt. Unterm Strich dominiert jedoch die Unsicherheit und Krisenstimmung. Niemand kann heute konkret abschätzen, wie katastrophal die Folgen für die Wirtschaft und die Gesellschaft insgesamt sein werden, selbst wenn mit Prognosen und Stimmungsbarometern der Versuch unternommen wird.

Jetzt dominiert das Coronavirus die Agenda - Anpassungen müssen schnell geschehen, da sich die Pandemie schnell ereignet. Es geht um Liquidität und den Umgang mit dem Lockdown. Danach wird der Blick jedoch zurück auf die weitaus tiefgreifenderen Veränderung geworfen werden müssen - den Klimawandel.

Die Zeiten der Krise werden also nicht einfach enden. Der Umgang und die Erkenntnisse der aktuellen Viruskrise könnten dabei helfen, Anpassungsstrategien zu entwickeln, die für den Umgang mit dem sich vollziehenden Klimawandel und auch im Kontext gesellschaftlicher Megatrends wichtig sein werden.

Die Zeit für neue Ideen ist jetzt!

Der Resilienz-Faktor

Die Pandemie deckt neuralgische Schwachstellen radikal auf - dies gilt für gesamtgesellschaftliche Infrastrukturen, aber auch für den Aufbau und das Modell von einzelnen Unternehmen. Corona wird deutlich machen, welche Systeme, welche Unternehmen und welche Akteure flexibel und robust auf die Umstände reagieren konnten. Wir werden mehr darüber lernen, welche Faktoren zu einer höheren Resilienz führen können. Man wird auch lernen, welche Konzepte sich nicht dafür eignen, rasante Änderungen der Rahmenbedingungen zu überstehen.

Der Schlüssel für die Erhöhung der generellen Anpassungsfähigkeit und / oder Robustheit liegt zuerst in der grundlegenden Erkenntnis, dass Anpassung nötig ist. Man muss früh genug erkennen, wenn die Zeit für die Ausarbeitung zusätzlicher Strategien und die Notwendigkeit für Arbeit an neuen Ideen angebrochen ist. Darin läge sicherlich auch für viele Betriebe aktuell eine große Chance - eine Chance, sich in der Krise einer ganz grundsätzlichen Transformation und Neuausrichtung zu stellen. So vermute ich, dass viele neue Dienstleistungen in diesen Tagen entstehen werden, die es vor der Pandemie so nicht gab. Findigkeit, Ideenreichtum und der Mut (auch gerade in dramatischen Situationen!) beherzt etwas Neues anzuschieben, sind Zutaten für Chancen und Überleben.

So manch ein digitales Geschäftsmodell profitiert in diesen Tagen von der Situation, etwa Videodienste. Auch Unternehmen, die bereits digitale Infrastrukturen erschlossen haben, können sich nun einfacher an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen. Aber - selbst wenn ich im Bereich der digitalen Lösungen unterwegs bin, möchte ich klar sagen, dass Digitalisierung als solche erst einmal keine besseren Produkte macht und dass das Digitale Wertvolles nicht immer wertvoller machen muss! Im Kern der Anpassungsüberlegung sollte nicht der Griff zu “irgendetwas Digitalem” sein. Sondern vielmehr die Frage, welche Werte und welche nachhaltigen Konzepte für die Zukunft nötig sind und erschlossen werden können, sollte im Mittelpunkt stehen. Gibt es neue Mehrwerte, die sich aus einem bestehenden Portfolio ableiten lassen? Können Produktmerkmale aus einer neuen Perspektive begriffen zu einem relevanterem Ergebnis rekombiniert werden, so dass andere Qualitäten entstehen? Gibt es Nachfragen und Bedarfe, die vorher ignoriert wurden, weil das bisherige Geschäft die ganze Aufmerksamkeit verschlungen hat? Wie können Produktions- und Lieferketten anders ausgelegt werden, so dass sie der Dynamik der Zeit angepasst funktionieren? Welche Rahmenbedingungen für Kooperation und Innovation sollten hergestellt werden? Wie können effizient Entscheidungsfindungsprozesse abgewickelt werden? Welche Lösungen wird die Welt nach der Corona- und innerhalb der Klimakrise wirklich benötigen? D.h. - was ist wirklich von Wert?

Trotz der chaotischen und dramatischen Zustände dieser Tage, trotz aller Hektik und der Sorgen vieler Menschen, sollten Gelegenheiten ergriffen und erarbeitet werden, dass sich Organisationen neuen Optionen und Perspektiven öffnen. Es ist ratsam, wenn wir diese Krise dafür nutzen können, transformative Kräfte freizusetzen, die auch eine nachhaltigere Perspektive und Resilienz bieten können.

Die Corona-Krise wird ein geschichtsträchtiges Lehrstück darstellen. Ich bin überzeugt, dass der Krise mit Innovation, Kooperation und dem Mut zum Wandel begegnet werden sollte. Auch, um für die Reaktion auf die Folgen des Klimawandels neue Optionen auszuloten. Wir erleben gerade eine Katastrophe, die mit vielen individuellen Tragödien und gesellschaftlichen Verlusten einhergeht. Doch es wäre unvernünftig, diese Katastrophe nicht auch als Chance zu begreifen uns weiterzuentwickeln.

Das Hier und Jetzt

Jetzt ist für Unternehmen die Sicherung der Arbeitsplätze, Liquidität und der wöchentliche Überlebenskampf das Gebot der Stunde. Das kostet Nerven, Kraft und Ausdauer. Wenige werden aktuell die Kapazität haben, den Blick in Richtung Zukunft zu richten. Doch solche Unternehmen, die zusätzlich jetzt bereits den Innovationsmotor anschmeissen, die sich anpassen, die neue Hypothesen aufstellen, sich organisatorisch modernisieren und flexibel zeigen, die werden weiter existieren und sich weiterentwickeln.

Der Fokus sollte in diesen Tagen auf wirklich relevante Problemstellungen und die qualitative Verbesserung / Weiterentwicklung (in der Tiefe) von Produkten und Dienstleistungen gelegt werden. Denn aktuell sind bestimmte Produkte nicht nachgefragt, aber dies mag der Situation geschuldet sein, nicht aber dem Produkt. Und deshalb bietet sich jetzt ein Zeitfenster, um vorhandene Möglichkeiten in die Verbesserung von Produkten zu investieren. Solche Geschäftsmodelle und Dienstleistungen, die zuvor bereits durch andere gesellschaftliche Veränderungen schwächelten, sollte man jetzt eventuell final überdenken. Wenn die Dinge aufhören relevant zu sein, dann werden sie nicht relevanter, wenn sich eine Krisensituation (deren Ausmaß wir noch nicht kennen) legt. Jetzt etwas zu retten, was zuvor schon nicht mehr einfach zu retten war, ist vermutlich hoffnungslos. Doch die noch vorhandenen Kapazitäten und Personen können eingesetzt werden, um Neues zu schaffen. Widmen Sie sich der Innovation und passen Sie sich an, wenn es irgendwie geht.

Die einfachen (aber nicht weniger dramatischen !) Fälle sind es, wenn ein Produkt, welches immer verkauft wird - z.B. Brötchen, Haarschnitte, Baumaterial - jetzt nur aus dem Grunde nicht mehr verkauft wird, weil die Kundschaft aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen ausbleibt. Hier müssen schnell alternative Optionen her, um neue Vertriebswege zu erschließen (insofern dies geht) oder um Ideen für die Überbrückung zu generieren (etwa in Form von Gutscheinen, die jetzt bezahlt, aber nach der Krise eingelöst werden können). Manch ein Unternehmen benötigt vielleicht auch nur einen Shop, eine Website oder einen digitalen Kanal zu den interessierten Kunden. Wenn das bisher verpasst wurde, sollte man hier nachsteuern. Anpassungsfähigkeit bedeutet auch, die kreativen Potentiale und Fähigkeiten der Einzelnen zu nutzen. Involvieren Sie Ihr Team, Ihre Mitarbeiter, Ihre Kollegen bei der Suche nach Optionen. Sammeln Sie alle Ideen und überprüfen Sie Hypothesen schnell und strukturiert - gemeinsam!

Die Innovationen auf grundlegenderem Niveau betreffen Bereiche der Nachhaltigkeit, der zirkulären Wirtschaft, der Modernisierung von Organisationen und dem Verständnis des Arbeitens und Kooperierens. Moderne, digital vernetzte Kooperative könnten heute etwa eine gute Möglichkeit bieten, dass sich Interessensgruppen untereinander solidarisieren und organisieren. Z.B. indem Funktionen und Infrastrukturen geteilt werden. Oder indem sich gegenseitig praktische aber auch finanzielle Hilfe geleistet wird. Solche Modelle wären jetzt hilfreich und könnten die Resilienz erhöhen.

Es gibt viel zu tun

Wenn ich mit Ideen, Methoden oder praktischen Fähigkeiten helfen kann, unterstütze ich Sie gerne.

Bleiben Sie gesund, bleiben Sie innovativ!

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